Ausstellungen
burgomenta04
29. Juni – 19. Oktober 2025
Burg zu Hagen im Bremischen
Die Burg zu Hagen lädt zur 4. burgomenta ein und weiß zu überraschen, zu begeistern, zum Lächeln und zum Schmunzeln zu bringen, zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen. Die Organisator:innen haben eine spannungsreiche Mischung verschiedenster Genres und künstlerischer Ansätze zusammengebracht und diesmal auch Räume im Veranstaltungssaal und im Untergeschoß geöffnet, um der Vielzahl an Werken den entsprechenden Raum zu geben. So können Sie hier auf drei Ebenen sich der Begegnung mit zeitgenössischer Kunst widmen und sich der Betrachtung von Malerei auf Leinwand, Textilbildern, Holzarbeiten sowie Objekten aus Glasperlen und Papierinstallationen zuwenden. Drei Künstlerinnen und drei Künstler sind hier mit einem Ausschnitt aus ihrem jeweiligen Werk zu finden und so sind über 100 Kunstwerke für die 4. burgomenta hier versammelt worden.
Was verbirgt sich hinter diesen Arbeiten, welche Intentionen verbinden die verschiedenen künstlerischen Ansätze, welche Assoziationen wecken diese? Meine Gedanken zu diesen Fragen möchte ich Ihnen erläutern und werde Ihnen kurz und sicherlich nicht allumfassend einige der Werke dieser sechs Künstler:innen vorstellen und so hoffentlich eine weitere Betrachtungsebene für Sie eröffnen. ...
Die Glasperlenobjekte von Ute Wennrich aus Berlin erinnern wiederum häufig an Pflanzen oder Einzeller und scheinen so auch ein Eigenleben zu führen. Seit 2003 arbeitet die Künstlerin mit diesem Material, welches durch Farbigkeit, Leuchtkraft und seine Feinteiligkeit besticht. Aus diesen kleinsten Kügelchen - den Rocailles - gestaltet sie Objekte, die räumlich angeordnet sind und so ihre volle Wirkung erzielen. Sie erinnern an Korallenriffe, an Tiefseegeschöpfe oder einzellige Urwesen. Die Transparenz des Materials ist Ute Wennrich wichtig, es steht für sie für die Wahrnehmbarkeit des Inneren der Dinge. Obwohl es im Grunde abstrakte Objekte sind, erinnern uns die Formen doch an uns bekannte Gebilde aus der Natur und stellen gegenständliche Verbindung her. Die künstlerische Umdeutung von natürlichen Phänomenen wird so in ihren Objekten wahrnehmbar. Räume zu gestalten und räumliche Strukturen zu offenbaren, liegen ihrer Arbeit zugrunde und so präsentiert sie auch in der Burg zu Hagen unter anderem eine Wandarbeit in Kombination mit einer Bodeninstallation, die einmal rote und einmal blaue Blüten zum Thema machen. Aber Ute Wennrich bindet ihre Objekte auch an unsere Alltagwirklichkeit an. Sie sehen Lockenwickler, Drahtschwämme und Bürsten zwischen oder inmitten der feinteiligen Perlen, die uns in eine schnöde Realität zurückführen. Dinge mit einem Vorleben oder alltäglichen Leben finden also auch bei ihr wie bei Angelika Achinger Eingang in das künstlerische Werk.
Etwas aus der Reihe zumindest in der aktuellen Präsentation fallen ihre Wandrelief 10-12 aus dem Jahr 2020. Hier montiert sie handgeschöpftes Papier mit in Blumenform arrangierten Glasperlen auf Leinwände. Aber diesmal nicht organisch, sondern linear angeordnet. Verweist dies auf eine tiefer liegende oder einfach nur eine andere technischere Ebene? Eine offene Frage.
Anne Beel, aus der Eröffnungsrede am 29.6.2025









