as time goes by … – 2026

   

as time goes by ...

Inge Kaspar-Böhm – Ute Wennrich
15. März – 3. April 2026
Galerie Kunst 40, Berlin

as time goes by ... Alte Freundschaft – Neue Kunst
Ja, wie die Zeit vergeht … und ja, wie der Titel auch vermuten lässt: Inge und ich kennen uns schon sehr lange, das künstlerische Tun hat uns vor mehr als 30 Jahren zusammengeführt. In vielen gemeinsamen Projekten und Ausstellungen im In- und Ausland haben wir zusammengearbeitet.
Obwohl unser künstlerischer Ausdruck sehr verschieden ist, so verbindet uns die Liebe zur Stofflichkeit und zum Einsatz sehr vielfältiger Materialien. Bei mir gehört eine Bandbreite von Materialien seit Beginn meiner künstlerischen Auseinandersetzung zum Repertoire, während Inge von der Malerei kommend zu Ausdrucksformen gefunden hat, bei denen Stofflichkeit eine wichtige Rolle spielt.
Die hier in der Ausstellung gezeigten Arbeiten spiegeln dies in verschiedenartiger Form wider:Inges jüngsten Arbeiten entstehen aus „Atelierabfälle“, die aber zu neuem Leben erweckt, ganz eigenständige Aussagen treffen. Meine hier versammelten Arbeiten stellen das Glas, genauer Glasperlen – sog. Rocailles in den Mittelpunkt. Viele meiner Arbeiten aus Glasperlen der letzten Jahre, sind Objekte, die Assoziationen an Meereslebewesen oder Pflanzen wachrufen.

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Die in dieser Ausstellung zu sehenden Reliefs von Inge und meine Objekte stellen ein spannendes Gegenüber dar, sowohl von der Materialität als auch der künstlerischen Aussage.
Inges Serie REMNANTS - was vom Tag übrigbleibt ist das Resultat einer Metamorphose aus Atelierabfällen zu kleinformatigen Collagen, Assemblagen und Wandobjekte. Es werden remnants – Überreste/ Überbleibsel wie Papier, benutzte Gaze, Rupfen, Draht, usw. auf Holz oder Leinwand montiert, die in einer abstrakten Formensprache zu ganz neuen Aussagen verschmelzen.
Die vorwiegend sehr reduzierte Farbigkeit ist wie Inge sagt, ihre Art, sich gegen das Laute, oft fast Schrille in der Farbgebung der neuen zeitgenössischen Kunst zu stellen.
Meine hier gezeigten Arbeiten stellen quasi den Gegenpol dazu dar. Nicht nur in ihrer Farbigkeit setzen sie einen anderen Akzent, sondern greifen mit der Perlenweberei auf eine alte Kulturtechnik zurück. So gibt es in Westafrika die Bänderweberei, die dann zu Stoffen zusammengenäht werden. Mein Anfang in der Auseinandersetzung mit den Glasperlen / seed beads war die Perlenweberei. Ich habe deshalb auch eine ältere Arbeit – Der Bote des Lichts – mit in die Schau aufgenommen, die diese Verarbeitungstechnik der Bänderweberei sehr gut zeigt. Bei den neuen Arbeiten komme ich auf das Perlenweben zurück, setze dabei zusätzlich Draht und Struktur ein. Damit kann das Perlengewebe eine plastische Form annehmen.
Ute Wennrich, Eröffnungsrede